McDonald’s baut ein eigenes Media Network auf und will Bildschirme in den Restaurants als Werbefläche für andere Marken vermarkten. Der Konzern kündigte den Schritt bei seinem Investor Day am 23. September in Chicago an. Er folgt damit Handelsriesen wie Amazon und Walmart, die mit Commerce Media bereits hohe Margen erzielen. Laut CNBC wäre McDonald’s in der Restaurantbranche ein Vorreiter.
Der Pilot läuft seit August: 450 unternehmenseigene Restaurants in den USA zeigen auf ihren digitalen Drive-thru-Bestellboards Werbung anderer Unternehmen. Das Programm steht noch am Anfang und ist nicht auf die Franchisenehmer ausgeweitet, die die übrigen der rund 14.000 US-Standorte betreiben. Langfristig soll daraus ein Geschäft mit einer Milliarde Dollar Umsatz werden.
Morgan Flatley, Global Chief Marketing Officer und Executive Vice President New Business Ventures, verwies auf das Marktwachstum: Commerce Media zähle zu den am schnellsten wachsenden Werbebereichen und werde in den USA bis 2028 voraussichtlich über 100 Milliarden Dollar erreichen. Für das System sei das eine Einnahmequelle mit kaum zusätzlichen Kosten, ohne betriebliche Komplexität und ohne Beeinträchtigung des Kundenerlebnisses.
CFO Ian Borden sieht McDonald’s dafür gut aufgestellt. Das Unternehmen erreiche rund 85 Prozent der US-Bevölkerung mindestens einmal im Jahr und sei mit 14.000 Standorten in jeder Gemeinde präsent, sagte er gegenüber CNBC.
Finanziell kommt die Zusatzeinnahme zu einem Zeitpunkt, an dem die Kosten für Zutaten wie Rindfleisch steigen und McDonald’s in den kommenden zehn Jahren Milliarden in die Modernisierung seiner Restaurants investieren will. Amazon erzielte 2025 mit Werbedienstleistungen 68,6 Milliarden Dollar Umsatz, knapp zehn Prozent des Gesamtumsatzes. Walmart nennt für sein Werbegeschäft Connect keine absoluten Zahlen, meldete aber für das zweite Geschäftsquartal ein Umsatzplus von 43 Prozent.