Sphere Entertainment treibt seine globale Expansion mit ambitionierten Zielen voran: CEO und Executive Chairman James Dolan kündigte an, binnen fünf bis sechs Jahren mindestens fünf Sphere-Venues in Betrieb und weitere fünf im Bau zu haben. „As many as I can build, I’m going to build“, sagte Dolan während der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen Ende Juli. Das nötige Kapital sei vorhanden, das Ziel bleibe bestehen und jetzt gehe es darum, schnell zu werden.
Aktuell ist die Sphere Las Vegas, eröffnet im September 2023, der einzige operative Standort. Im Bau befindet sich bereits die Sphere Abu Dhabi auf Yas Island, die bis Ende 2029 fertiggestellt werden soll. Das rund 1,7 Milliarden US-Dollar teure Projekt wird von der Abu Dhabi Department of Culture and Tourism finanziert und auch im Eigentum der Behörde bleiben. Sphere Entertainment erhält im Gegenzug Franchise-Gebühren und Lizenzeinnahmen.
Als dritter Standort ist die kleinere Sphere National Harbor nahe Washington, D.C. geplant. Sie soll Teil des angekündigten Netzwerks kompakterer Mini-Spheres werden. Mit 6.000 Sitzplätzen kommt sie auf rund ein Drittel der Kapazität der Vegas-Sphere, soll aber mit den bekannten Markenelementen ausgestattet werden: der Exosphere-LED-Fassade, Sphere Immersive Sound, haptischen Sitzen und 4D-Umgebungseffekten.
Nach eigenen Angaben ist für Sphere Entertainment nicht die Finanzierung der limitierende Faktor beim Wachstumstempo, sondern die Bau- und Planungslogistik. Der Sprung von einem einzelnen Großprojekt in Las Vegas zu mehreren parallelen Bauvorhaben bedeute, in jedem Markt unterschiedliche Auftragnehmer, Arbeitskräfte und Lieferketten zu koordinieren. Executive Vice President David Granville-Smith bezifferte die aktuelle Kapazität des internen Entwicklungsteams auf zwei bis vier zusätzliche Projekte innerhalb der kommenden anderthalb Jahre.
Ein vierter Standort ist bislang nicht offiziell bestätigt. Dolan sprach jedoch von ernsthaften Gesprächen mit mehreren Märkten und stellte eine weitere Ankündigung noch für 2026, spätestens für das erste Quartal 2027, in Aussicht.
Finanziell zeigte sich das zweite Quartal 2026 zweigeteilt: Während der Vegas-Standort mit 226,4 Millionen US-Dollar Umsatz ein Plus von fast 30 Prozent verbuchte, belastete der Rückgang im Networks-Geschäft, der aus der Zeit als Madison Square Garden Entertainment Corp. stammt, das Gesamtergebnis. Der Konzernumsatz lag bei 313,6 Millionen US-Dollar, der operative Verlust weitete sich auf 61,3 Millionen US-Dollar aus.