Schulterschluss für den guten Zweck: DOOH-Branche unterstützt Regenwaldschutz auf Borneo

Für eine Spendenaktion der Pelorus Jack Foundation von Schauspieler und Umweltaktivist Hannes Jaenicke zieht Deutschlands DOOH-Branche an einem Strang – und stellt Werbeflächen im Wert von über einer Million Euro bereit. Ziel der Initiative: den Lebensraum von Mensch und Tier auf Borneo nachhaltig zu schützen.

Der Himmel über München zeigte sich in strahlendem Bayerisch-Blau, als der Schauspieler und Umweltaktivist Hannes Jaenicke das Motiv der bundesweiten Spendenkampagne seiner Pelorus Jack Foundation am Odeonsplatz vorstellte. Sie ist das Ergebnis einer konzertierten Aktion mit dem Institute for Digital Out of Home Media (IDOOH) und It Works und vielen weiteren Playern im Bereich der digitalen Außenwerbung. Jaenicke, der sich seit Jahren für akut vom Aussterben bedrohte Tierarten und den Schutz von Regenwäldern einsetzt, möchte möglichst viele Spenden für deren Erhalt sammeln. „Ich sage laut und deutlich Danke an IDOOH, It Works und alle weiteren Beteiligten. Diesen Einsatz weiß ich sehr zu schätzen.“

Ziel der Kampagne: Bedrohten Lebensraum erhalten

IDOOH, It Works und zahlreiche Partner haben sich zusammengeschlossen, um dieses Anliegen zu unterstützen. Mit Geldspenden sowie Mediaflächen im Wert von über einer Million Euro und einer eigens entwickelten Kampagne fördern sie den Schutz bedrohter Lebensräume auf der Insel Borneo in Südostasien. „Die Regenwälder dort gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde – und verschwinden in atemberaubendem Tempo. Für Plantagen, Tagebau und kurzfristige Profite wird zerstört, was über Jahrtausende gewachsen ist. Für Orang-Utans, Gibbons und unzählige andere Arten bedeutet das: Ihr Lebensraum geht verloren“, so der Stiftungsgründer.

Foto: Alexander von Spreti

Es geht um viel: Mit der Spendenaktion will Jaenicke bis Ende des Jahres eine Million Euro sammeln. Damit soll die Stiftung eine 50.000 Hektar große Regenwaldfläche von der indonesischen Regierung für die nächsten 60 Jahre dort pachten – und verhindern, dass sie für Kohleabbau oder Palmölplantagen gerodet wird. Ein Drittel der Summe ist bereits zusammengekommen. Jaenicke zeigt sich optimistisch, das Ziel bis Jahresende zu erreichen. Zwar sei die Spendenbereitschaft in Deutschland im vergangenen Jahr zwar insgesamt gesunken, doch Themen wie Tier- und Umweltschutz erhalten wachsende Unterstützung.

Alle Spenden fließen zu 100 Prozent in die Schutzmaßnahmen

Die Stiftung gründete Jaenicke vor fünf Jahren. Sie sieht sich als übergeordnete Plattform für engagierte Einzelpersonen und kleine Initiativen, die direkt an der Basis im Natur- und Artenschutz tätig sind. Pelorus Jack kooperiert dabei mit zwei Partnerorganisationen: Fans for Nature aus Passau und dem Conservation Action Network (CAN) auf Borneo. Gemeinsam pachten und erwerben sie gerodete Flächen im Osten der Insel, bepflanzen sie mit heimischen Bäumen und machen sie wieder bewohnbar. Darüber hinaus werden gerettete Tiere mithilfe der Stiftungsgelder in Auffangstationen rehabilitiert und später ausgewildert.

Der Name ist bewusst gewählt: Pelorus Jack war ein Delfin, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts Schiffe sicher durch die tückischen Gewässer Neuseelands führte. Er wurde zu einem Glücksbringer für Seeleute und gilt seither als Beispiel dafür, wie ein Tier dem Menschen hilft. Die Stiftung soll somit ein „Lotse“ für den Naturschutz sein, ähnlich wie der Delfin ein Lotse für die Schiffe war.

Alle Beteiligten arbeiten ehrenamtlich – auch Jaenicke selbst. „Jeder Euro fließt ohne Abzüge in die Schutzprojekte“, betont der Schauspieler, der nicht nur Spenden sammelt, sondern auch regelmäßig vor Ort ist. Seine Bekanntheit als Schauspieler bringt der Stiftung zusätzlich Publicity. Er nutzt sie, um die Dringlichkeit der Lage zu verdeutlichen und politischen Handlungsdruck aufzubauen. Seine Bekanntheit könnte auch dazu beitragen, dass sich gerade diese Aktion von vielen weiteren Spendenaufrufen, die es landauf, landab gibt, hervortut.

Die Botschaft der Kampagne: Die Lage ist ernst

DIGOOH

Das emotionale, von der Kreativagentur add2 entwickelte Kampagnenmotiv zeigt einen Orang-Utan in einem vollbesetzten Linienbus. Die Zeile „Alle freuen sich auf ihr Zuhause. Einer hat keins mehr“ soll aufrütteln. Über den Call-to-Action „Die letzten Regenwälder von Borneo jetzt retten“ und einen entsprechenden QR-Code können Passanten weiter ins Thema einsteigen und zusätzliche Informationen einholen. Die Lage sei auch deshalb so dramatisch, so Jaenicke, da die neue Regierung Indonesiens die Rodungsquote enorm hat ansteigen lassen. Borneo gehört zu einem großen Teil zu Indonesien. „Unser Ziel ist es, eine Win-win-win-Situation zu schaffen: den Regenwald als wichtigsten CO₂-Speicher zu erhalten, der lokalen Bevölkerung Jobs und Perspektiven zu geben und das Artensterben zu bekämpfen. Je mehr Mittel wir erhalten, desto mehr Regenwald können wir schützen“, so Jaenicke.

Die Kampagne läuft bundesweit an stark frequentierten Standorten – von Screens an Bushaltestellen bis hin zu großflächigen Installationen in Einkaufszentren – und erreicht täglich Millionen Menschen im öffentlichen Raum. Jaenicke begeistert nicht nur die hohe Sichtbarkeit, die DOOH ermöglicht. „Ein weiterer schöner Aspekt ist, dass digitale Außenwerbung als Medium so umweltschonend ist“, freut sich der Aktivist.

Die Außenwerbebranche zeigt durch ihren Schulterschluss, dass sie nicht nur für kommerzielle Kommunikation steht, sondern auch eine Plattform für gesellschaftlich relevante Themen ist. Möglich wird das Verbreiten der Botschaft im deutschen DOOH-Netz nur durch die Unterstützung zahlreicher Partner: Die Agenturen planus media und Weischer.OOH sind mit Geldspenden dabei, die Anbieter Cittadino, Deutsche Hochschulwerbung, ECN Executive Channel Network, Eisbach Media, Inovisco, Ocean Outdoor, Rechargy, TV-Wartezimmer, UNICUM TV und WallDecaux stellen zudem ihre Flächen kostenfrei zur Verfügung. Auch das grüne Außenwerbenetz climAD ist beteiligt. Neben der Medialeistung wurde auch die Kreation von add2 gespendet, deren Gegenwert auf etwa 50.000 bis 70.000 Euro geschätzt wird.

Foto: Alexander von Spreti

Kampagnenmotiv aus DMEXCO Kreativ-Wettbewerb

Das Motiv selbst wurde mithilfe von KI optimiert. Es entstand im Rahmen des „Creative Check Battle“, der auf der letztjährigen DMEXCO auf der Stage der IDOOH World ausgetragen wurde. Initiiert wurde der Wettbewerb von der Agentur It Works, die das Motiv mithilfe ihres KI-Features „Creative Check“ bewertete – integriert in die hauseigene DOOH-Plattform Locatrics. Der Locatrics „Creative Check“ läuft in Kooperation mit Neurons AI und basiert auf verhaltenswissenschaftlichen Methoden wie Eye-Tracking und Rapid-Response-Tests und liefert Prognosen zur Werbewirkung. So entstehen fundierte Einschätzungen zu Aufmerksamkeit, emotionaler Reaktion, Erinnerungsleistung und kognitiver Verarbeitung. „Damit können wir die Werbewirkung und kreative Durchschlagskraft in Echtzeit sichtbar machen“, sagt Larissa Theile, Media Relations Consultant bei It Works.

Und während die Kampagne nun ab Mai deutschlandweit auf großen und kleineren DOOH-Bildschirmen im öffentlichen Raum zu sehen ist und Millionen Menschen im Alltag erreicht, bleibt das Bild vom Pressetermin in München im Kopf: großer Zusammenhalt, große Aufmerksamkeit – und die Zuversicht, dass beides zusammenwirkt. Damit auch anderswo wieder mehr Raum für Leben entsteht.

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